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WLAN / WiMAX
Das häufig angesprochene
Problem der letzten Meile lässt sich mit Funklösungen umgehen. Sie bieten sich
daher vor allem dort an, wo fest verkabelte Netze nicht installiert werden können,
sei es weil ihre Montage zu aufwendig, zu teuer oder aus baulichen bzw.
topologischen Gründen schwierig oder gar unmöglich ist oder die
betriebswirtschaftliche Kalkulation von Anbietern nicht aufgeht.

Beim Einsatz der Technologien WLAN bzw. WiMAX wird an einem oder mehreren
zentralen Punkten in einer Kommune eine entsprechende Sendeeinrichtung
(Basisstation) aufgebaut, die dann die im Umkreis von einigen Hundert Metern
bzw. Kilometern (je nach Technologie) alle interessierten Nutzer erreicht. Die
Standorte sollten exponiert sein, damit idealerweise zwischen den Antennen
Sichtverbindung besteht. Die Zuführung zur Basisstation im Ort erfolgt entweder
leitungsgebunden (Standleitung), per Satellit oder Richtfunk (wie in Abb. 4.4).
Aufgrund der hohen Signalbündelung gehen von der Richtfunkanlage keine
relevanten Immissionen aus. Die Antennen bzw. Empfangsmodule beim Nutzer sind in
der Regel im Freien angebracht (Dachfirst oder Mast für Fernsehantenne) und
kaum größer als eine Schuhschachtel.
Im Gegensatz zu WLAN, was eher für eine kleinzellige Anwendung, z. B. im
Haus oder in öffentlichen Gebäuden, eingesetzt wird, ist WiMAX die
Weiterentwicklung für den großflächigen Einsatz mit einer größeren
Nutzerzahl.
WiMAX steht für Worldwide Interoperability for Microwave Access. Es
wird häufig als Synonym für Funksysteme nach dem Standard IEEE 802.16
verwendet. WiMAX erlaubt unterschiedliche Lösungsansätze, je nach Anforderung
vor Ort.
| Typische Bandbreiten |
von |
bis |
| Download (zum Nutzer) |
1 Mbit/s |
2 Mbit/s |
| Upload (vom Nutzer) |
256 kbit/s |
1 Mbit/s |
Die Tabelle zeigt die
typischen Datenraten. Die effektive Datenrate hängt davon ab, wie viele Nutzer
in welchem Maße auf die Verbindung zugreifen.
Zu den Kosten einer WLAN- bzw. WiMAXFunklösung lassen sich keine
einheitlichen Angaben machen, da zu viele Faktoren einfließen. Einige
Anbieter haben Volumentarife bzw. Flatrates ab einer gewissen Nutzerzahl. Diese
Angebote gilt es genau zu prüfen und auf die Anforderungen vor Ort abzustimmen.
WiMAX kann in unterschiedlichen Frequenzbereichen zum Einsatz kommen. Ein Teil
ist für jeden freinutzbar (5,6 GHz], für den anderen bedarf es einer Lizenz
der Bundesnetzagentur (3,4 bis 3,6 GHz). Systeme in den lizenzfreien
Frequenzbereichen sind bereits seit einiger Zeit in Betrieb. Für diese Nutzung
gibt es keinen Schutz vonseiten der Regulierung. Die Technologien im
lizenzierten Frequenzbereich befinden sich derzeit noch in der Aufbauphase, die
sehr zögerlich verläuft. Für die WiMAX-Nutzung gibt es in Deutschland 28
Regionen mit je vier Frequenzpaketen. Fünf Regionen liegen in Bayern und
entsprechen den Regierungsbezirken, wobei die drei fränkischen zusammengelegt
wurden.
Bei der Entscheidung einer Kommune für oder gegen eine Funklösung sind zwei
zentrale Fragen von Bedeutung. Zum einen gilt es, Standorte für die
Basisstationen auszuwählen. Zum anderen müssen etwaige Bedenken der Bevölkerung
in Bezug auf die Strahlung der Funkanlagen ausgeräumt werden. Für die WLANLösung
spricht, dass sie in der Regel billiger und schneller verfügbar ist. WiMAX hat
dagegen grundsätzlich die größere Reichweite und lässt sich professioneller
betreiben - z. B. im Bandbreitenmanagement.
Ein drahtloser Breitbandzugang bringt hinsichtlich der ungebundenen
Nutzungsmöglichkeiten große Vorteile mit sich. Beispielsweise ist die
Versorgung von Autobahnen nur per Funk möglich. Hinsichtlich der ständig
wachsenden Mobilität sollte dies nicht vernachlässigt werden. Auch sprechen
Sicherheitsaspekte, wie z. B. Warnmeldungen oder die Informationsversorgung von
Rettungskräften, für derartige Lösungen.
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