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Satellit
Der Breitbandzugang über Satellitenkommunikation ist in der Regel eher für
Individualverträge wie beispielsweise Einödhöfe oder andere abgelegene
Wohnorte geeignet. In Einzelfällen können auch Ortsteile über Satellit
angebunden werden, wobei dann die Weiterverteilung vom Knotenpunkt über
terrestrischen Funk [WLAN/WiFi) erfolgt. Der Zugang über Satellit nutzt handelsübliche
Satellitenantennen mit Durchmessern von rund einem Meter. Das Empfangsteil
kann entweder für den Rundfunk- oder den Internetzugang genutzt werden. Zudem
ist ein Satellitenmodem erforderlich. Mit zwei Empfangsteilen [LNBs) können über
eine Satellitenantenne und Internet gleichzeitig genutzt werden.
Gängig sind heute sog. bidirektionale Verbindungen. Hierbei gehen Down-
und Upstream über den Satelliten, d. h., die Satellitenantenne am Haus
[umgangssprachlich Schüssel oder Spiegel) sendet auch im Gegensatz zum
Rundfunkempfang. Anfänglich gab es beim "Satelliten-DSL" auch
Zugangsarten, in denen lediglich empfangen werden konnte. Der Rückkanal wurde
über eine Telefon- oder besser ISDN-Verbindung realisiert, was jedoch nur
noch selten anzutreffen ist.
| Typische Bandbreiten |
von |
bis |
| Download (zum Nutzer) |
0,5 Mbit/s |
1 Mbit/s |
| Upload (vom Nutzer) |
96 kbit/s |
128 Mbit/s |
Satellitenverbindungen können fast überaII aufgebaut werden. Ausnahmen
sind Gebäude, die keine freie Sicht auf den Satellitenstandort haben. Dies
kann bei Nachbarbebauung, Bäumen oder Hanglagen zutreffen. In der Regel ist
dieser Zugangstyp unsymmetrisch, d. h. Down- und Uplink unterscheiden sich.
Problematisch beim Breitbandzugang über Satellit sind die Latenzzeiten, also
die Laufzeiten/Wartezeiten, bis das Signal den Weg über den Satelliten in
36.000 km Höhe zum oder vom Nutzer durchlaufen hat. Gerade für Onlinegames
[Spiele], Telefonie oder andere Echtzeitanwendungen stellt dies eine deutliche
Einschränkung gegenüber anderen Verbindungstypen dar. Sie ist jedoch für eine
normale Anwendung hinnehmbar, wenn man berücksichtigt, dass "Satelliten-DSL"
in manchen Fällen der einzige Breitbandzugang überhaupt ist. Daher und
aufgrund der aufwendigen Hardware stellt sich Internet über Satellit meist
nicht als die theoretisch kostengünstigste Lösung dar. Die Einmalkosten liegen
in der Regel bei einigen Hundert Euro und die monatlichen Kosten je nach
Zugangsklasse etwas über den Festnetz-DSL-Tarifen. Eine Verteilung per WLAN
im Haus ist wie auch bei allen anderen Lösungen möglich. Die private und geschäftliche
Nutzung ist zugelassen, allerdings gilt häufig das "Fair-Use-Prinzip",
wobei sich der Provider das Recht vorbehält, bei Kapazitätsengpässen die
Bandbreite einzelner User bei übermäßigem Downloadverhalten einzuschränken.
Unabhängig einer
etwaigen Förderung können denkbare Bewertungskriterien für die Auswahl eines
Anbieters beispielsweise folgende Aspekte sein:
- Erschließungsgrad:
Wie viel Prozent der zu versorgenden Gebiete bzw. der Nutzer sind abgedeckt?
- Skalierbarkeit:
Inwiefern können vonseiten des Betreibers höhere Bandbreiten für den
einzelnen Nutzer
bzw. den Gesamtanschluss zur Verfügung gestellt werden?
- Überbuchungsfaktor: Wie hoch ist die garantierte, mittlere bzw. maximale
Bandbreite der einzelnen Nutzer
vor dem Hintergrund, dass der Betreiber zwar n
Anschlüsse verkauft, aber unter Umständen nicht n x
max.
Bandbreite für
Zu-/Abführung zum/vom zentralen Verteilpunkt zur Verfügung stellt bzw. stellen
kann?
- Verfügbarkeit: Zu wie
viel Prozent der Zeit steht der Anschluss garantiert zur Verfügung
(Unterschiede
für private und gewerbliche Kunden)?
- Kosten: Wie hoch sind
die Endkundenpreise (einmalig und laufend) und etwaige
Investitionskostenzuschüsse?
- Fertigsteilungszeitpunkt
- Referenzen.
Diese Liste lässt sich zweifelsohne noch erweitern. Ebenso ist damit keine
Priorität hinsichtlich Reihenfolge und Gewichtung festgelegt. Bei der Auswahl
des geeigneten Angebotes spielt natürlich auch die vorhandene Infrastruktur
(Kupferleitungen, Leerrohe, Funkstandorte etc.) eine große Rolle. Ebenso sind
Betreibermodelle und Optionen beim Verhältnis zwischen Investitionen und
laufende Kosten auszuloten. Für den Nutzer stellt sich zudem die Frage, ob er
Einzelverträge direkt mit dem Anbieter abschließt oder sich an Gruppenverträgen,
z. B. über die Kommune, beteiligt.
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