Hochleistung für 44 300 Haushalte

Beitband: Mit einem Kabelpflug und dem Spatenstich
beginnt der Ausbau des Netzes im Odenwaldkreis


Lützelbach/ Hainhaus Der Platz für den ersten Spatenstich zum Ausbau des Breitbandnetzes im Odenwaldkreis war keineswegs zufällig ausgewählt worden. Auch der Park für grüne Technologien, der draußen im Wald weit abseits von den nächsten größeren Orten liegt, wird schon bald mit einem Breitbandanschluss bei der Übertragung von großen Datenmengen mithalten können.

Die Gesellschaft für Breitband und regenerative Energien mbH (Brenergo) gab am Freitag den Startschuss für das ehrgeizige Projekt.
Dem Ereignis wohnten Landespolitiker, zahlreiche Odenwälder Bürgermeister und weitere Vertretern aus Politik und Wirtschaft bei. Bis zum Sommer des kommenden Jahres soll die erste Ausbaustufe abgeschlossen sein, kündigte Jürgen Walther, Geschäftsführer der Odenwald-Regionalgesellschaft mbH (Oreg), an. Die Brenergo ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Oreg. Über 300 Kilometer Kabel müssen verlegt werden, damit alle 44 300 Haushalte im Odenwaldkreis an das glasfaserbetriebene Netz angeschlossen werden können.

Anspruch auf schnelle Leitungen
»Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft im ländlichen Raum in Hessen mit schnellen Breitbandverbindungen hat für die Landesregierung einen hohen Stellenwert. Es ist wichtig, dass auch die Menschen in ländlichen Regionen in den Genuss von schnellen Hochleistungsnetzen kommen«, unterstrich Staatssekretär Horst Westerfeld vom Finanzministerium.
Er ist zugleich Bevollmächtigter der Landesregierung für E-Government und Informationstechnologie. Das Projekt »Breitband für den Odenwald« besitze im Hinblick auf die politischen Ziele der Landesregierung Modellcharakter, so Westerfeld. Walther betonte, dass das Leitungsnetz in kommunaler Hand bleibe. »Wir sind erst initiativ geworden, nachdem der Markt versagt hat«, so Walther. Bei der Vermietung an Betreiber werde daher darauf geachtet, dass es zu keiner Monopolstellung komme.

Auch Landrat Dietrich Kübler sprach von einem historischen Moment und lobte die gute Zusammenarbeit mit den Stellen in Wiesbaden und beim Regierungspräsidium in Darmstadt. Ziel und Vorgehensweise des Breitbandprojekts seien auch stets von allen Fraktionen im Odenwälder Kreistag mitgetragen worden. Walther und Kübler dankten für das Verständnis, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Für die Verzögerungen um mehr als ein halbes Jahr machte Walther vor allem die Klärung europarechtlicher Fragen und die Verhandlungen mit der Telekom über die Zugangsbedingungen zu deren Leitungsnetzen verantwortlich.

Auftragnehmer für die flächendeckende Verlegung des Breitbandnetzes ist die Firma Klenk und Sohn GmbH (Modautal). Sie ist mit der Trassenplanung, der Abwicklung des Genehmigungsverfahrens und der Realisierung im konventionellen Tiefbau-, im Pflug- oder im Spülbohrverfahren bis hin zur Kabelmontage beauftragt worden.

Auf den symbolischen üblichen Spatenstich folgte eine kurze Vorführung, wie mittels eines speziellen Kabelpflugs die Rohre mit den Glasfaserkabeln in den Boden verlegt werden.

Manfred Giebenhain 
Main-Echo vom 16.08.2010


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