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Obwohl Breitband zu einem wichtigen Standortfaktor geworden ist, sind ländliche Gebiete in Deutschland mit Breitband häufig unterversorgt. Der fehlende Zugang zur Breitbandtechnologie verschärft das Problem der Abwanderung, beschleunigt dadurch die Überalterung und wirkt sich negativ auf die Kaufkraft aus. Neue Unternehmen siedeln sich nicht an, Freiberuflern wird die berufliche Tätigkeit erschwert, Gewerbesteuereinnahmen sinken und Grundstücks- und Immobilienpreise fallen.

Vor allem im ländlichen Raum gibt es viele Telefonanschlüsse, die weiter als 4 km vom letzten Hauptverteiler entfernt liegen. Insofern ist das dortige Breitbandproblem auch darauf zurückzuführen, dass sich die Forderungen nach Breitbandanschlüssen auf eine Technologie konzentrieren, die lediglich hilfsweise als Übergangstechnologie zur Glasfasertechnologie entwickelt wurde. In Kombination mit dem historisch gewachsenen Telefonnetz zeigt dieses seine Schwächen vor allem im ländlichen Raum.

Vor dem Hintergrund der dynamischen technischen Entwicklung kann daher die Lösung des Problems nicht darin liegen, sich lediglich auf die derzeit populäre, aber in manchen Regionen ungeeignete Übergangstechnologie,  zu setzen. Vielmehr muss ein sinnvoller, kostengünstiger und schnell zu realisierender Weg zur Breitbandversorgung unter Berücksichtigung aller infrage kommenden Technologien gefunden werden. Andere Breitband- Technologien müssen in die Beurteilung einbezogen werden, die - vor allem für den ländlichen Raum - günstigere und schneller realisierbare Lösungen bieten.
Zudem kursieren je nach Quelle widersprüchliche Aussagen über den Versorgungsgrad. Es mangelt diesbezüglich an Transparenz. Häufig ist nur DSL mit dem Anbieter Deutsche Telekom bekannt. Wettbewerber, die teilweise mit neuen Lösungsansätzen aufwarten, werden vom Markt erst nach und nach wahrgenommen und sehr kritisch begutachtet.

Die Breitbandversorgung mit alternativen Technologien ist in den ländlichen Gebieten noch vergleichsweise gering. In vereinzelten Kommunen sind Funklösungen in Betrieb bzw. in Planung. Einige Haushalte nutzen je nach Verfügbarkeit ihren Fernsehkabelanschluss bzw. die Satellitenlösung.

Seit Mitte 2007 sind in Bayern Hunderte von Breitbandpaten im Portal "Breitbandinitiative-Bayern" aktiv und haben dort den lokalen Breitbandbedarf erfasst. Mit zunehmender Nutzung des Breitbandangebots steigt auch das Interesse von Anbietern, weiter in die Versorgung zu investieren. Da somit die Nachfrage das Angebot stimulieren kann, können Kommunen in ländlichen Gebieten auch einen eigenen Beitrag zur besseren Versorgung leisten.

Insgesamt ist auch hinsichtlich des Breitbandzugangs ein Stadt-Land-Gefälle zu erkennen, welches aus marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten erklärbar ist. Um diesen Unterschied zu verringern, hat sich proBreitband zum Ziel gesetzt, die Breitbandversorgung gerade im ländlichen Raum zu thematisieren sowie den Ausbau aktiv zu unterstützen.

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